HDC Galaxy Note 3 N9000 Review / Testbericht

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HDC Galaxy Note 3 N9000 Review / Testbericht

Mit dem HDC Galaxy Note 3 N9000 haben wir einen weiteren Samsung Klon getestet, dieses mal einen Klon des Samsung Galaxy Note 3. Wie unsere Erfahrungen mit dem Gerät wahren, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

Lieferumfang und erster Eindruck

Geliefert wurde uns das Gerät von FastCardTech in einer neutralen Box ohne Aufschrift. Da der originale Karton das Samsung Logo trägt, wird der Karton ausgetauscht, um Probleme mit dem Zoll zu vermeiden. In der Box befinden sich das Gerät, ein Ladegerät mit Samsung Logo (natürlich eine Kopie), ein USB Kabel, zwei Akkus mit Samsung Logo, ein Silikonbumper zum Schutz des Geräts, sowie ein Kopfhörer mit Freisprecheinrichtung und der Aufschrift "Samsnug". Da hat wohl jemand "die Wechstaben verbuchselt". :)

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Der erste Eindruck des Geräts war durchaus positiv, was sich aber leider im späteren Verlauf noch ändern sollte. Es handelt sich um eine exakte Kopie des Originalgeräts und das Gerät selbst ist gut verarbeitet. Nicht klappert, die Spaltmaße stimmen und ein Knarzen lässt sich bei Druckeinwirkung auch nicht feststellen. Ab Werk befindet sich auf der Oberseite des Geräts ein Rubbellogo, und auf der Rückseite ein Sticker. Kratzt man das obere Logo weg, so kommt darunter ein Samsung Logo zum Vorschein. Unter dem Sticker auf der Rückseite ebenfalls. Dies ist wohl ein neuer Trick um Probleme mit dem Zoll zu vermeiden.

Design

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Die Front des Geräts ist komplett in Weiß gehalten und verfügt über eine leichte Musterung. Ganz oben sind die Frontkamera, der Annäherungssensor, der Helligkeitssensor und der Gesture Control Sensor untergebracht. Links daneben befindet sich der Hörer. Darunter ist das bereits erwähnte Samsung Logo, welches bei Lieferung übermahlt ist. Das 5,7" Display nimmt den größten Platz auf der Front ein. die Ränder seitlich des Displays wurden wie beim Original sehr dünn gehalten, was einen eleganten Eindruck erzeugt. Unten finden wir dann den physikalischen Home Button, sowie zwei Soft Buttons für die Funktionen "Vor" und "Zurück".

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Dreht man das Gerät um, so sieht man die Rückabdeckung, welche in Lederoptik gehalten ist und ebenfalls das Samsung Logo trägt. Hierbei handelt ich es um Plastik mit einer etwas weicheren Haptik, es ist jedoch kein Kunstelder geschweige denn echtes Leder. Die Kamera und der LED Blitz sind in einem kleinen Designelement integriert, welches mit Metallic-Lack überzogen ist. Auf der unteren Seite ist der eingeschobene Touch-Pen zu sehen.

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Auf der oberen Seite befindet sich, so wie bei den meisten Smartphones, der Kopfhöreranschluss. Man findet dort auch ein kleines Loch, welches beim originalen Gerät einen Infrarotsensor beherbergt. Bei der Kopie ist dieses Loch leer. Ob diese Öffnung durchgängig ist, lässt sich nicht genau erkennen. Falls dies der Fall ist, wöre dies aber wohl eine Quelle für Staub hinter der Kameralinse oder eventuelle sogar dem Display, was nicht sonderlich begrüßenswert wäre.

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Auf der linken Seite des Geräts ist eine Lautstärkewippe angebracht. Diese lässt sich leicht betätigen, auch bei einhändiger Bedienung. Selbiges gillt auch für den Einschaltknopf auf der rechten Seite. Wie auf den Bildern erkenntlich ist, ist der Rahmen, welcher um das Gerät führt, geriffelt. Es handelt sich hierbei aber nicht um echtes Metall.

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Auf der Unterseite befindet sich das Sprachmikrofon, ein Micro USB Anschluss, der Lautsprecher und der Schacht für den mitgelieferten Stylus. Die Anbringung des Lautsprechers an dieser Stelle ist sehr begrüßenswert, da so die Ausbreitung der Schallwellen beim hinlegen des Geräts nicht verhindert wird.

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Entfernt man die Rückabdeckung des Geräts, so sieht man den Akku, sowie die Steckplätze für eine Micro SIM Karte und eine Micro SD Karte. Diese sind übereinander angeordnet. Leider verfügt das Gerät nur über einen SIM Steckplatz. Auf dem Akku steht "Near Field Communication", es ist aber keine Antenne eingebaut. Auch in der Rückabdeckung befindet sich keine NFC Antenne, dennoch sieht man aber Kontakte dafür. Der Sinn davon hat sich uns nicht erschlossen.

Die Hardware und Software: Ein Lügenpaket

Sieht man die Hardwareangaben im System das erste mal, so könnte man meinen, mit dem Gerät ein Schnäppchen gemacht zu haben. Ein Samsung Exynos Octa Core Prozessor, 3GB RAM, 32GB interner Speicher, NFC, Android 4.3, das alles klingt sehr gut. Doch in Wahrheit sieht das ganze anders aus. Rückt man der Hardware mit einem anderen Tool, als dem vorinstallierten Fake Antutu zu Leibe, so zeigen sich die echten Komponenten, welche im Smartphone verbaut sind. Die Hardware und Software setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Mediatek MT6589 Quad Core CPU mit 1,2GHz
  • 1GB RAM
  • 4GB interner Speicher
  • 5,7" Display mit 1280 x 720 Pixel Auflösung bei 320ppi
  • Android 4.2.1 mit Root

Damit werden auch in Teste keine Traumwerte erreicht. Der echte Antutu Benchmark erreichte auf dem Gerät knapp über 13.000 Punkte, was für den verbauten Prozessor ein durchschnittlicher Wert ist. Leider wurde an der Software so viel herumgebastelt, dass das Gerät fast nicht verwendbar ist. Bei gefühlt der Hälfte aller Playstore Apps werden wir mit Fehlermeldungen bombardiert. Auch die Funktionen wie Air View, Smart Scroll und Gesture Control sind nicht oder nur sehr halbherzig umgesetzt. So kann die Gesture Control nur erkennen, dass eine Geste ausgeführt wurde, nicht aber in welche Richtung. Die Smart Scroll Funktion macht die meiste Zeit was sie will, und lässt sich auch durch das Deaktivieren der Funktion meist nicht ausschalten. Die Smart Pause funktion, welche Video anhält wenn man den Kopf wegdreht, funktionierte in unserem Test genau einmal und dann nie wieder.

Ein weiteres großes Problem ist, dass man im Browser kein "Pinch to Zoom" zur Verfügung hat. Egal welchen Browser man installiert, man kann nicht mit zwei Fingern einzoomen. Nurd er Zoom durch Doppeltippen funktioniert, was aber nicht immer zufriedenstellen ist. In der Bildergallerie dagegen funktioniert Pinch to Zoom einwandfrei. Ein weiteres Manko ist der mitgelieferte Stylus. Zum einen verfügt er über eine weiche Spitze, welche aber zu dünn ist und somit ständig wegknickt, zum anderen erkennt der Digitizer den Stylus nicht korrekt. Will man durch Seiten scrollen, so fängt das Gerät an verrückt zu spielen, und klickt wie wild herum. Fazit: Nicht zu gebrauchen.

Das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen funktioniert auf dem Gerät übrigens auch nicht. Führt man einen Reset aus, egal ob über das System oder im Recovery, so werden nur die Einstellungen gelöscht. Apps und Daten bleiben aber erhalten. Eine komplette Löschung des Geräts gelingt also nur durch erneutes Flashen der ROM. Leider besteht derzeit keine Möglichkeit die Probleme durch das Flashen eines alternativen ROMs zu beheben, da das Gerät noch nicht lange auf dem Markt ist. In Zukunft könnte dies aber geschehen, sollte das Gerät genug Verbreitung finden.

Ein weiterer Kritikpunkt an der Hardware ist die Akkulaufzeit. Der Akku soll zwar laut Aufdruck eine Kapazität von 3200mAh haben, doch wenn man nach der Laufzeit geht, ist dies kaum zu glauben. Bereits mit wenig anspruchsvollen Apps kann man bei Dauerbenutzung den Akku in zwei Stunden leer bekommen. Ein Tag Betriebszeit dürfte somit nur mit Mühe erreichbar sein. Dennoch gibt es auch einen Lichtblick: Das Gerät hat recht guten WLAN, Handy und GPS Empfang. Unseren Rooter konnten wir im ganzen Haus ohne Probleme empfangen, Handynetz war ebenfalls überall verfügbar, samt 3G. Ein GPS Fix wurde nach ca. 10 Sekunden erreicht, die Genauigkeit lag bei 3 Metern mit 9 Satelliten.

Bildschirm

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Der Bildschirm des HDC Galaxy Note 3 N9000, welcher eine Größe von 5,7" hat, ist leider auch nicht so ganz das Wahre und der bisher Schlechteste in einem von uns getesteten Smartphone. Der Bildschirm löst mit 1280 x 720 Pixel auf und die Pixeldichte beträgt 320ppi. Das Display ist auch schön scharf, doch leider lässt die Farbstärke und der Kontrast zu wünschen übrig. Farben wirken etwas blass und Schwar wirkt sehr milchig.

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Auch die Lichtverteilung ist nicht sonderlich gut. Spezielle auf der Oberseite sieht man bei dunklen Inhalten Lightspots. Die Blickwinkel überzeugen ebenfalls nicht. Man erkennt bei schräger Betrachtung zwar den Inhalt, doch er verblasst deutlich und ein Rotstich wird sichtbar.

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Der Touchscreen funktioniert allerdings einwandfrei. Eingaben mit dem Finger werden präzise und ohne Verzögerung erkannt. Leider funktioniert der mitgelieferte Stylus damit aber nicht.

Kamera

Die Qualität der Kamera lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Die Auflösung beträgt laut Hersteller 12,6 Megapixel, ist aber wohl interpoliert. Die Qualität der Bilder ist sehr schlecht. Egal ob Makro- oder Landschaftsaufnahme, die Bilder wirken verwaschen und bei schlechtem Licht sieht man auch ein deutliches Rauschen. Die Kamera taugt also maximal für schnelle Schnappschüsse. Schade eigentlich, denn der LED Blitz welcher im Gerät verbaut ist, würde sehr gut funktionieren, was auch gute Bilder im Dunklen ermöglichen würde. Unten seht ihr ein paar Testbilder und eine Videaufnahme die mit dem Gerät gemacht wurde. Interessanterweise ist die Videoqualität besser als die der Bilder, selbst wenn man die Auflösung für Bilder reduziert.

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Fazit

Das HDC Galaxy Note 3 N9000 ist leider nicht zu empfehlen. Die Software macht das Gerät einfach unbenutzbar und die Leistung von Kamera und Akku, sowie der nicht funktionierende Stylus stellen nicht zufrieden. Hier bekommt man für das gleiche oder wenig mehr Geld weitaus bessere Geräte (z.B. das Star S7589 / S7599). Wer hier dennoch zuschlagen will, der sollte ein eingefleischter Fan von Chinaphones sein und bereit zum Basteln sein, denn mit Softwaremodifikationen könnte man das Gerät sicherlich halbwegs benutzbar machen.

Das Gerät ist für 185 US Dollar bei Fastcardtech erhältlich.

 

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