Tronsmart T2000 - HDMI Stick im Test

Tronsmart T2000 - HDMI Stick im Test

Der Tronsmart T2000 will eine Alternative zu Googles Chromecast sein. Der kompakte HDMI-Stick unterstützt alle gängigen Streamingprotokolle und basiert auf dem EZCast Standard. Ob der Stick hält, was er verspricht, habe ich für euch getestet.

Viele Leute sehen es nicht ein, eine extra Box neben den Fernseher zu stellen, wenn man doch die ganze Rechenpower und alle Dateien schon auf dem Smartphone oder dem Tablet hat. Dafür gibt es solche Streaming Sticks, die hinter dem TV verschwinden und deren einzige Aufgabe es ist, Signale, die von anderen Abspielgeräten kommen, auf dem TV wider zu geben. Der Tronsmart T2000 ist ein Streaming Stick der neuesten Generation und bietet als einer der ersten sogar MHL-Unterstütztung. Geekbuying war so freundlich, uns einen solchen Stick zur Verfügung zu stellen und dafür möchte ich mich nochmals herzlich bedanken!

Lieferumfang

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Der Tronsmart T2000 kommt in einem kompakten Karton, auf dem eine kurze Beschreibung der Funktionen des Sticks und ein Bild dessen aufgedruckt sind. Zieht man das Innere dieses Kartons heraus, so sieht man als erstes den HDMI Stick. Darunter befindet sich noch eine englische Kurzanleitung und neben einem Micro USB Kabel sogar ein 20cm langes HDMI Verlängerungskabel. Dis ist dann geschickt, wenn der Stick nicht direkt in den Fernseher eingesteckt werden kann.

Tronsmart liefert hier alles mit, was man benötigt und so kann man wirklich direkt loslegen, ohne vorher noch ein Kabel suchen zu müssen. Schön ist auch, dass man im Regelfall kein extra Netzteil benötigt, da die meisten Fernseher bereits eine USB Schnittstelle haben, die den benötigten Strom liefern kann.

Design

Der HDMI Stick ist 9,5cm lang und 3,25cm breit. Die Höhe beträgt nur 11mm. Damit ist der Stick wirklich kompakt und passt hinter jeden TV. Das Gehäuse besteht aus matt schwarzem Kunststoff, auf den oben und unten das EZCast Pro Logo aufgedruckt ist. An der Oberseite befindet sich zudem noch ein dünner, transparenter Streifen quer über das Gehäuse, durch den beim Betrieb eine blaue LED leuchtet. Auf der einen Seite gibt es einen Steckplatz für die Stromversorgung in Form einer Micro USB Buchse und zudem noch eine Umschaltung zwischen MHL und USB. Auf der anderen Seite befinden sich keine weiteren Bedienmöglichkeiten oder Eingänge. Die Rückseite beinhaltet noch ein CE und FCC Zeichen und die Beschreibung des Geräts inklusive Seriennummer.

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Hardware & Interface

Die inneren Werte des Tronsmart T2000 sind für einen Streaming Stick gar nicht so schlecht. Hier rechnet ein AM8251 Chip von Actions, der von 256MB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Der Festspeicher umfasst 128MB, auf diesem ist aber sowieso nur das Betriebssystem installiert, wodurch dieser völlig ausreicht. Diese Hardware klingt zwar nach ziemlich wenig, aber man muss bedenken, dass der Stick hier nur die Rolle des Abspielens übernehmen muss, das Rechnen und alle intensiveren Prozesse führt die zugehörige App aus.

Wenn man den Stick in den Fernseher einsteckt, so erscheint als erstes ein Bild davon, was man mit dem Gerät alles machen kann. Zudem sind in diesem Startbildschirm oben die WLAN SSID und das WLAN Passwort zu finden. Mit diesem muss man dann sein Smartphone oder Tablet verbinden und dann kann man mit der zugehörigen EZCast Pro App den Stick konfigurieren. Hierbei muss man sich vor allem mit dem heimischen WLAN verbinden. Die Bedienung erfolgt dann rein über die App. In dieser kann man Bilder, Videos oder Musik, die sich auf dem Gerät befinden, auf den Fernseher streamen. Über einen angepassten Webserver kann man auch auf Youtube und andere Onlinedienste zugreifen und im Internet surfen. Es gibt sogar eine Integration von Dropbox, wodurch man Inhalte aus dem Cloud Speicher streamen kann. Dies funktioniert alles mehr oder weniger flüssig und intuitiv, aber man kann nicht direkt aus Apps wie Youtube oder Spotify heraus streamen.

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Hervorzuheben ist, dass der Tronsmart T2000 einer der ganz wenigen HDMI Sticks aktuell ist, die MHL Unterstützten. Damit lässt sich die Stromversorgung über den HDMI Stecker gewährleisten und man braucht kein Extra Kabel mehr.

Performance

Die Performance ist durchwachsen. Leider hält der Stick nicht immer, was er verspricht. Beim Streamen von Dateien, die auf dem Speicher eines Smartphones, Tablets oder dem Notebook liegen funktioniert das Streamen recht flüssig. Selbiges gilt auch für Streaming via DLNA oder dem Abspielen von Youtube Videos über die EZCast App. Man muss aber einschränken, dass HD Inhalte dem Stick doch deutliche Probleme bereiten. Wenn ich ein Video wiedergeben möchte, das ich mit meinem Handy in HD aufgenommen habe, dann muss ich zuerst das gesamte Video buffern, damit der Stick nicht damit auch noch beschäftigt ist. Das Abspielen klappt dann zwar flüssig, aber das ist ja eigentlich nicht der Sinn. Selbiges gilt auch für Youtube Filme. 360p laufen völlig flüssig, wenn man aber 720p als Qualität auswählt, dann kommt der Stick aber ins Stocken. Das ist wirklich schade und ich hoffe, dass hier per Software noch nachgebessert werden kann.

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Das Anzeigen von Bildern oder Dokumenten oder das Spiegeln der Kamera klappt dagegen problemlos. Zoom am Smartphone wird mit geringer Verzögerung auch am TV wiedergegeben und die Ruckler beim Verschieben des Bildes halten sich in Grenzen. Auch das Abspielen von Musik vom Handy klappt problemlos. Leider kann der Splitscreen Modus, sprich das Darstellen von bis zu vier Quellen gleichzeitig nur während der Benutzung mit der App und nur bei der Darstellung von Bildern, Dokumenten oder der Kamera erfolgen. Videos können nicht gleichzeitig abgespielt werden. Auch nur auf die Darstellung von statischen Inhalten bezieht sich die Funktion Live View. Dabei kann man den Inhalt, der auf den Fernseher gestreamt wird auch auf ein weiteres Mobilgerät streamen. Das ist sicherlich nützlich für Meetings oder Konferenzen, Videos können hier aber auch nicht übertragen werden.

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Bei der Verwendung von Miracast muss man leider sagen, dass dies bei mir nur per Tablet erfolgreich war. Ich habe 3 Smartphones mit KitKat ROMs getestet, aber keines davon konnte eine Verbindung aufbauen. Nur mein Galaxy Note 10.1, ebenfalls mit Android 4.4, hat es geschafft, den Bildschirminhalt zu spiegeln. An was das liegt kann ich aber leider nicht verifizieren, da dieser HDMI Stick das einzige Abspielgerät für Miracast ist, das ich besitze. Am Tablet funktioniert die Übertragung aber sehr flüssig, vorausgesetzt, man spielt keine Videos in HD ab. Wenn man HD Videos wiedergeben möchte, dann hat man dasselbe Problem wie im vorigen Abschnitt erwähnt, dass sich Artefakte und Bildfehler bilden, die eine Benutzung einschränken. Für das Surfen oder Präsentieren von Bildern ist Miracast aber gut geeignet. Dass das Spielen von Spielen über eine solche Verbindung nicht möglich ist, sollte jedem klar sein, die Verzögerung ist dazu viel zu groß, selbst bei anspruchslosen Spielen. Wenn man jetzt das Wort Miracast durch AirPlay am iPhone oder iPad ersetzt, dann verhält sich die Sachlage im Prinzip gleich. Das alleinige Wiedergeben von Musik per AirPlay ist aber nicht möglich.

Das letzte Feature, das ich ansprechen möchte, ist die Nutzung an einem PC. Es gibt wie für Android auch eine extra App für den PC. Hierbei werden sowohl OS X als auch Windows unterstützt. Mithilfe dieser App kann man ähnliche Sachen nutzen wie über die mobil-App. Neben Bildern und Musik kann man auch noch Videos streamen, wobei alle Inhalte als Datei auf dem Rechner vorliegen müssen. Hier verhält sich die Performance gleich wie am Smartphone - sprich gut, solange man mit der Auflösung recht niedrig beleibt. Am Mac git es noch die Möglichkeit, den gesamten Bildschirminhalt per AirPlay zu spiegeln. Leider funktioniert dies aber nicht so gut wie Miracast und die Verzögerung ist deutlich höher. Selbst wenn man kein Video wiedergibt, kommt es stellenweise zu Artefakten und Bildfehlern. Bei der Wiedergabe von Videos ist dieser Effekt deutlich stärker. 

Fazit

Der Tronsmart T2000 ist ein Streaming Stick - nicht mehr und nicht weniger. Bei der gebotenen Hardware kann man keine Wunder erwarten, denn Miracast oder AirPlay haben nunmal einen relativ hohen Datendurchsatz. Ob Google's Chromecast eine bessere Performance bietet, kann ich aus Mangel an einem Vergleichsobjekt nicht sagen, aber da hier ein anderes Konzept verfolgt wird, sind die Sticks auch nicht wirklich vergleichbar.

Der T2000 macht eine gute Figur und bietet eine große Vielzahl an Funktionen und zum Zeigen von Bildern oder kurzen Youtube Clips ist der T2000 optimal. Sucht man aber eine Alternative zu einer richtigen TV Box um beispielsweise Video-On-Demand Dienste in Anspruch zu nehmen, so ist dieser Stick nicht das Richtige. Für den kurzen Genuss von Pausenfüllern am großen Bildschirm hingegen schon. Preislich liegt der Stick bei 39,99 US Dollar.

Ich möchte mich auch nochmal ganz herzlich bei geekbuying.com bedanken, die mir das Testgerät zur Verfügung gestellt haben.

 

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