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Ulefone Tiger Test

Ulefone Tiger Test

Mit dem Ulefone Tiger hat Ulefone einen günstigen Langläufer vorgestellt. Rund 85€ kostet das China Phablet aktuell, hat aber trotzdem so einiges zu bieten. Dazu gehören unter anderem ein große 4.200mAh Akku, eine Sony Kamera und ein dedizierter Audio Chip. Wir haben das Ulefone Tiger eine Woche lang im Alltag getestet.

Ulefone Tiger
Verpackung & Lieferumfang

Das Ulefone Tiger kommt in einer typischen Smartphone Schachtel daher, welche schwarz gefärbt ist und ein Ulefone Logo auf der Oberseite trägt. Im Inneren liegt oben auf das Smartphone, darunter folgen eine Garantiekarte, eine Schnellstartanleitung, ein Micro USB Kabel und ein Netzteil mit deutschem Stecker. Kein üppiger Lieferumfang also, aber die Essentials sind an Bord.

Ulefone Tiger Test
Design & Verarbeitung

In Sachen Design hat das Ulefone Tiger keine außergewöhnlichen Dinge zu bieten. Das Äußere entspricht dem typischen Smartphone Layout, ohne jegliche extravagante Schnörkel. Interessant ist, dass das Backcover zu einem großen Teil aus gebürstetem Metall gefertigt ist. Warum? Weil man das Cover abnehmen kann, und das kennt man im Normalfall ja nur von Kunststoff-Covern.

Unter dem Cover kommen die Karten-Slots zum Vorschein. Wir finden hier zwei Micro SIM Slots sowie einen getrennten Micro SD Slot. Das Ulefone Tiger ermöglicht es euch also sowohl zwei SIM Karten als auch eine Speichererweiterung gleichzeitig zu nutzen. Da das Gerät nur mit 16GB Speicher erhältlich ist, macht das auch absolut Sinn.

Der Akku kann offiziell nicht getauscht werden, trotzdem macht es einem Ulefone aber sehr einfach. Man muss lediglich den großen Sticker abziehen, der über die Zelle geklebt wurde. Darunter verbergen sich zwei so genannte Pull Tabs. Das sind Klebestreifen, welche man einfach unter dem Akku herausziehen kann. Danach ist die Li-Po Zelle lose und kann entfernt werden sowie durch eine neue Zelle ersetzt werden – vorausgesetzt man bekommt diese. Dank Aliexpress sollte das aber kein Problem sein.

Das Kamera Modul, welches die Rückseite ziert, ist übrigens nicht Teil des Back Covers. Dieses ist mit einem Metallrahmen umgeben. Um die eigentliche Kameraöffnung befindet sich ein schwarzer Ring der mit einer optisch ansprechenden Musterung versehen ist. Darunter befindet sich der Dual LED Blitz und darunter wiederum der Fingerprint Scanner. Der Medienlautsprecher befindet sich im unteren Bereich. Der obere und untere Teil des Backcovers besteht übrigens aus Kunststoff. Ebenso der Rahmen des Smartphones und die darin eingebrachten Hardware-Tasten (Volume und Power), welche nicht wackeln und mit dem Cover gewechselt werden können.

Die Front des Ulefone Tiger ist mit weißem 2,5D Glas bedeckt. Um das Display ziehen sich deutlich sichtbare Displayränder. Die Touch Buttons unter dem Display sind nicht beleuchtet und werden von einem Kreis für die Home-Taste sowie je einem Punkt für die beiden Funktionstasten symbolisiert. Das Fehlen der typischen Android Icons ist eine willkommene optische Abwechslung. Schade ist nur, dass man nicht gleich die Status LED in den Kreisförmigen Home Button gepflanzt hat. Das hätte optisch einiges hergemacht. Stattdessen befindet sich die Status LED über dem Telefonhörer. Leuchten kann diese in Rot und Grün. Neben dem Telefonhörer befinden sich noch die Sensoren und die Frontkamera.

Das Ulefone Tiger ist für seine Preisklasse gut verarbeitet. In der Hand wirkt es zwar zunächst etwas klobig, man gewöhnt sich daran aber recht schnell. Für kleine Hände ist das Gerät aber wohl nichts. Schüttelt man das Ulefone Tiger, so ist ein leichtes Rasseln zu vernehmen. Dieses stammt aber nicht von den Buttons, sondern vom Kameramodul.

Bezüglich Stabilität dürft ihr aber keine Wunder erwarten. Das Metall der Rückseite ist nicht wirklich stabil. Das Handset lässt sich mit gemäßigtem Kraftaufwand leicht biegen. Den Alltag übersteht es aber problemlos. Nur draufsetzen sollte man sich wohl nicht. Und für die Rückseite empfehlen wir euch die Nutzung eines Covers. Das Metall ist recht weich und zerkratzt damit schnell.

Ulefone Tiger
Display

​Größe: ​5,5"
Auflösung:​ ​1280 x 720
Technologie​:IPS LCD​
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​​Gorilla Glass 3
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

Das Display im Ulefone Tiger begeistert uns nicht wirklich. Zunächst mal die positiven Punkte. Die Darstellung des Displays ist trotz der 720p Auflösung auf 5,5" Diagonale angenehm scharf. Pixel sieht man nur bei genauer Betrachtung. Die Farbdarstellung ist auch gar nicht schlecht – eigentlich.

Warum eigentlich? Nun, das Display leidet unter einem extremen Gelbstich. Dieser fällt sogar dem Laien sofort auf. Besonders extrem wird es, wenn man das Ulefone Tiger zum Vergleich neben ein anderes Smartphone legt.

Mit Miravision kann der Gelbstich zwar etwas ausgeglichen werden, ganz weg bekommt man ihn aber nicht. Wer auf der Suche nach einem richtig guten Display ist, der ist beim Ulefone Tiger also an der falschen Adresse.

Hinzu kommt dann noch, dass das Tiger kein laminiertes Display am Start hat. Zwischen dem Frontglas und dem LCD Panel befindet sich also ein Spalt. Dieser sorgt für verminderte Blickwinkelstabilität und störende Reflexionen im Outdoor Betrieb. Die Displayhelligkeit könnte bei direktem Sonnenlicht etwas höher sein.

Das Touch Panel erkennt 5 Berührungen gleichzeitig. Eingaben werden recht genau erkannt, es gibt aber einen leichten Input Lag. Dieser ist vor allem beim Schreiben spürbar und sorgt für ein zähes Schreibgefühl. Schnellschreiber werden mit dem Ulefone Tiger also nicht zufrieden sein.

Das Displayglas soll aus Gorilla Glass 3 bestehen. Diese Angabe scheint zu stimmen, denn bisher ist das Glas kratzfrei. Hier muss man sich also keine Sorgen machen. Das Glas ist auch recht gleitfähig. Fingerabdrücke sieht man dennoch schnell. Diese lassen sich aber vergleichsweise einfach wieder abwischen.

Ulefone Tiger Review
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek MT6737 (4x Cortex A53 @1,3GHz)
GPU:​ ​Mali T720
RAM (Geschwindigkeit):​​2GB (3733,05MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​16GB (138,35 / 36,80MB/s)​
Fingerabdruck Scanner:​​Ja, Rückseite
​Sensoren:Accelerometer, Proximity, Light​
Besonderheiten:​​Abnehmbares Metall Backcover, dedizierter Micro SD Slot, Status LED (Rot + Grün)
Abmessungen / Gewicht:​156 x 78,3 x 10,4mm​ / 183g

Das Ulefone Tiger kommt mit dem MT6737 SoC daher. Etwaigen Würgereflex ob der bisherigen schlechten Erfahrungen mit diesem Chipsatz gilt es an dieser Stelle aber zu unterdrücken. Ulefone zeigt nämlich, dass der MT6737 gar nicht so schlecht ist. Dank ordentlicher Optimierung und 2GB RAM läuft das Ulefone Tiger mit dem Prozessor überraschend flüssig. Wir hatten im Alltag nie das Gefühl, dass der Prozessor überfordert wäre. Nur bei etwas anspruchsvolleren Apps wie z.B. Google Maps, kommt es beim Scrollen in der Karte zu Rucklern. Unterm Strich sind wir aber äußerst positiv überrascht. Ältere Spiele packt das Handset ebenfalls ohne Probleme.

Der Arbeitsspeicher ist mit maximal um die 3,7GB/s Durchsatz nicht der schnellste und bewegt sich damit etwa im Mittelfeld. Der Datenspeicher (16GB) dagegen ist für die Preisklasse überraschend schnell. Hier werden beim Lesen knapp 140MB/s erreicht. Beim Schreiben sind es immerhin noch 36MB/s. Per Micro SD Karten kann man den Speicher übrigens erweitern und auch als internen Speicher verwenden. Dabei verschmelzen SD Karte und interner Speicher und man kann den Speicherplatz auch für Apps nutzen.

Bei den Sensoren wurde dann aber gespart. Das Ulefone Tiger verfügt nur über Sensoren für Beschleunigung, Abstand und Licht. Ein Kompass und Gyroskop fehlen. Damit eignet sich das Ulefone Tiger nur eingeschränkt für Fußgängernavigation und VR Anwendungen sind überhaupt nicht nutzbar.

Der Fingerprint Scanner auf der Rückseite funktioniert gut, hat aber hin und wieder Aussetzer. Von 10 Versuchen schlagen etwa 3 Entsperrversuche fehl. Hier hoffen wir auf Optimierung per Software Update. Auch an der Geschwindigkeit sollte man noch feilen. Wirklich schnell entsperrt der Scanner nur, wenn man das Handset zuvor manuell aufweckt. Entsperrt man aus dem Standby Modus, dauert es etwa eine Sekunde bis der Home Screen erscheint.

Ulefone Tiger
Software

​Variante: ​Vanilla Android
​Android Version: Android 6.0 Marshmallow​
Bloatware​:Nein​
Root Zugriff:​Nein​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

Auf dem Ulefone Tiger läuft ein recht aktuelles Android 6.0 Marshmallow mit Security Patch vom Oktober (Stand zum Zeitpunkt des Tests). Das Android ist größtenteils unangetastet. Veränderungen sind lediglich ein leicht angepasster Launcher mit App Drawer, sowie eine Settings-App im Stil von Samsung Touch Wiz. Das System lief stets flüssig und stabil. Schadsoftware ist keine vorinstalliert, genauso wenig wie Bloatware. OTA Updates werden unterstützt. Als Goodie gibt es noch Unterstützung für Off-Screen Gesten.

Ulefone Tiger Test
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G: 850/900/1800/1900
3G: 900/2000
4G: B1/B3/B7/B8/B20
WLAN:​ ​WLAN 802.11b/g/n (Single Band)
Bluetooth:​Bluetooth 4.0​
NFC:​Nein​
HotKnot:​Nein​
Dual-SIM:​Ja (2x Micro)​
Positionsbestimmung:​GPS, A-GPS​

Kaum Beanstandungen haben wir bei der Empfangsleistung zu machen. Unterwegs hat das Ulefone Tiger im Mobilfunkempfang stets eine gute Figur gemacht. Im Direktvergleich mit einem LeEco Le Pro 3 lagen beide Geräte was die Signalstärke betrifft gleichauf.

Der WLAN Empfang ist ebenfalls einwandfrei. Auch ein Stockwerk unter dem Router gibt es keinen Nennenswerten Einbruch der Geschwindigkeit und wir können und quer durchs gesamte Gebäude bewegen ohne Aussetzer hinnehmen zu müssen. Abstriche muss man lediglich bei der Geschwindigkeit machen. Diese erreicht maximal 40Mbit/s.

GPS Nutzung ist mit dem Ulefone Tiger ebenfalls kein Problem. Ein Fix kommt sehr schnell zu stande und die Signalstärke ist gut. Google Fit Tracking war stets problemlos möglich, auch in der Jackentasche. In letzterer weicht die Linie aber manchmal etwas von der Straße ab. Beim Navigieren gab es keine Probleme. Mangels Kompass und Gyroskop muss man aber auf eine automatische Ausrichtung der Karte verzichten.

Ulefone Tiger
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ Nein​
Dedizierter Audio DAC:​Nein
Dedizierter Verstärker:​Ja​

Die letzten Smartphones von Ulefone haben (mit Ausnahme des Future) mit einem guten internen Lautsprecher überzeugen können. Auch das Ulefone Tiger bildet hier keine Ausnahme. Der Lautsprecher ist sehr laut und übersteuert nur sehr selten. Zudem bietet er eine annehmbare Basswiedergabe, womit der Sound ein gewisses Volumen zu bieten hat.

Ein dedizierter Audiochipsatz sorgt zudem für ein verbessertes Klangerlebnis mit Kopfhörern. Die Qualität wird in diesem Fall zwar nicht gesteigert (ist aber durchaus gut), dafür aber die maximale Lautstärke.

Beim Telefonieren siedelt sich das Ulefone Tiger im Mittelfeld an. Die Qualität ist grundsätzlich akzeptabel, in lauter Umgebung kann es aber zu Problemen kommen. Dem Ulefone Tiger fehlt ein Noise Cancelling Mikrofon. Damit ist es nicht in der Lage laute Hintergrundgeräusche komplett auszufiltern.

Ulefone Tiger Review
Kamera

​Hauptkamera: ​8MP Sony IMX219, f/1.8, EIS
​Frontkamera: 5MP, f/2.8​
​Blitz:Dual LED​, zweifarbig
​Fokus:CDAF​
​Slow Motion:Nein​

Das Ulefone Tiger verfügt über einen Sony IMX219 Sensor auf der Rückseite. Dieser löst mit 8MP auf und verfügt laut EXIF Daten über eine f/1.8 Blende. Ob der Blendenwert wirklich stimmt, sei einmal dahingestellt. Die Frontkamera basiert auf einem nicht näher benannten 5MP Sensor. Hier wird der Blendenwert mit f/2.8 angegeben.

Bei guten Lichtverhältnissen erzeugt die Hauptkamera für die Preisklasse sehr gute Ergebnisse. Der Fokus ist jedoch gerne mal zickig. Besonders bei kleineren Objekten tut sich die Kamera oft schwer scharf zu stellen, egal ob es um Nahaufnahmen oder Landschaftsaufnahmen geht. Hier kann vielleicht per Update noch nachgebessert werden.

Bei abnehmender Beleuchtung wird dann auch die Bildqualität schrittweise schlechter. Low-light Aufnahmen sind im HDR Modus möglich, sehen aber recht grisselig aus. Auch hier kann sicherlich noch per Update etwas nachgebessert werden, Wunder darf man aber nicht erwarten. Der LED Blitz reicht nur für Nah- und Makroaufnahmen aus. Insgesamt können wir unter Berücksichtigung der Preisklasse aber nicht meckern.

Bei Videoaufnahmen überrascht das Ulefone Tiger mit funktionierender elektronischer Bildstabilisierung. Schwenks und Aufnahmen beim Laufen sehen so recht ruhig aus. Die Qualität leidet darunter aber enorm, wie ihr in der Demo sehen könnt. Die Audioqualität ist in Ordnung, wir finden aber, dass Umgebungsgeräusche zu dominant sind. Die maximale Auflösung für Videoaufnahmen ist 1280 x 720 Pixel.

Die Frontkamera erzeugt bei Sonnenlicht gute Aufnahmen die tatsächlich brauchbar sind. Problematisch wird es bei trübem Wetter oder Zimmerbeleuchtung. Hier sehen die Aufnahmen recht matschig aus.

Ulefone Tiger
Akku

​Kapazität (Angabe): ​4.200mAh
​Kapazität (Gemessen): ​4.079mAh
​Wechselbar:​Offiziell nein, Zelle kann aber leicht ausgebaut werden
Fast Charging:​​Nein

Der Akku im Ulefone Tiger ist natürlich eines der Killer-Features des Smartphones. 4.200mAh ist schon eine Ansage, vor allem in Verbindung mit dem sparsamen Prozessor. Im Alltag ist das Ulefone Tiger damit ein echter Ausdauerkandidat.

Wir kamen im Schnitt auf eine Screen-On Zeit von 7 Stunden. Bei Intensivnutzung mit viel GPS- und Kameranutzung, reicht das locker für einen Tag, oftmals sogar mehr. Nutzt man kein GPS, so reicht eine Akkuladung für 2 bis 3 Tage. Damit ist das Ulefone Tiger eine gute Wahl für alle, welche viel Wert auf eine möglichst lange Unabhängigkeit von der Steckdose legen.

Das Aufladen des Akkus dauert leider seine Zeit. Hier müsst ihr mit etwa 3 Stunden Ladezeit rechnen – gemessen mit dem originalen 1,5A Netzteil. Wir haben allerdings beobachtet, dass man die Ladezeit mit einem stärkeren Netzteil deutlich verkürzen kann.

Ulefone Tiger Test
Fazit

Für rund 100 Dollar macht das Ulefone Tiger so einiges richtig. Man bekommt hier eine akzeptable Kamera, eine sehr gute Akkulaufzeit, eine konkurrenzfähige Empfangsleistung und eine überraschend gute Performance im Alltag. Das größte Manko ist das Display, welches einen starken Gelbstich zeigt und noch dazu etwas heller sein dürfte. Außerdem hätten wir uns eine bessere Sensorausstattung gewünscht.

Pro Contra
​+ Gute Optimierung (Performance) ​- Gelbstichiges Display mit langsamem Digitizer
+​​ Dedizierter Micro SD Slot-​​ Rückseite anfällig für Kratzer
+​​ Guter Klang-​​ Langsamer Fingerprint Scanner
+​​ Brauchbare Kamera-​​ Dürftige Sensorausstattung
+​​ Lange Akkulaufzeit-​​ Kein Noise Cancelling Mikrofon
+​​ Sehr guter Empfang
+​​ Akku kann potentiell einfach gewechselt werden
​+ Status LED
​+ Rückseite aus Metall
​+ GPS funktioniert
​+ Kratzfestes Displayglas

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